Weltweit erlebt jede dritte Frau körperliche oder sexualisierte Gewalt.
Hinter verschlossenen Türen, auf offener Straße, Online – mitten unter uns. Gewalt gegen Frauen ist kein fernes Problem. Sie ist real. Sie hat Gesichter. Und oft bleibt sie im Verborgenen.
Unzählige Frauen werden systematisch ausgebeutet – im Menschenhandel, in der Prostitution, in modernen Formen der Sklaverei. Sie verlieren ihre Freiheit, ihre Würde, ihre Stimme. Viele von ihnen werden nie gehört. Viele glauben, dass ihr Leben nie wieder anders sein kann.
Doch wir hören hin. Wir schauen nicht weg.
Wir glauben: Veränderung beginnt da, wo Wahrheit ans Licht kommt. Wo Geschichten erzählt werden. Wo Betroffene gesehen werden – als Frauen mit einem Namen und mit Träumen.
Und wieso Kunst?
Manche Themen sind zu tief, zu schmerzhaft, um sie nur mit Worten zu fassen. Kunst eröffnet Räume, in denen das Unsagbare sichtbar wird. Sie ist ein Weg, zu fühlen, was man nicht erklären kann.
Unsere Ausstellung ist eine Einladung zum Hinschauen und gibt Betroffenen eine Stimme – durch Farben, Formen, Linien und Worte. Kunst kann verbinden, verwandeln und uns wachrütteln.
Als engagierte Vereine, die sich gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und Gewalt gegen Frauen einsetzen, wissen wir: Aufklärung braucht Berührung. Veränderung beginnt im Herzen.
Darum haben wir Künstlerinnen eingeladen, ihre Perspektive, ihre Erfahrungen und ihre Hoffnung mit uns zu teilen. Manche haben selbst Überlebensgeschichten hinter sich. Andere nutzen ihre Kunst, um sich solidarisch zu zeigen, um sichtbar zu machen, was andere verschweigen.
Ich lasse mich nicht verbergen
– Künstlerin Marjan
In dieser Serie zeige ich, wie der Zwang zum Schleier nicht nur eine Frage der Kleidung ist, sondern eine systematische Form von Gewalt gegen Frauen. Eine Gewalt, die nicht schreit und kein Blut vergießt – aber den Körper einschränkt, den Blick auslöscht und die Stimme zum Schweigen bringt.
Die Frauen in diesen Studioaufnahmen stehen still, doch die Spuren der Gewalt sind sichtbar: im Gewicht des Stoffes, in der Verleugnung von Schönheit, in der Müdigkeit des Alltags, in der Hitze des Zwangs. Diese Bilder spiegeln eine Gewalt wider, die leise, aber unaufhörlich wirkt – eine Gewalt, die sich religiös oder kulturell kleidet, aber tief in politischen und strukturellen Machtverhältnissen verwurzelt ist.
Diese Serie erzählt vom Leben unter einer Hülle, die nicht meine Wahl ist – und vom Widerstand gegen ein Verstecktwerden, das mir aufgezwungen wird. Wenn der Schleier Zwang ist, ist er nicht nur Einschränkung, sondern eine versteckte Form von Unterdrückung.
Diese Bilder sind die Stimmen von Frauen, die vielleicht geschwiegen haben – aber nicht zum Schweigen gebracht wurden.
Ich lasse mich nicht zerstören
– Künstlerin Sarah Inry
Hallo ! Mein Name ist Sarah Inry!
Seit ungefähr zwei Jahren male ich Bilder über das Thema Prostitution. Als Aussteigerin möchte ich mit meiner Kunst auf die Gewalt in der Prostitution aufmerksam machen.
Ich möchte ein Umdenken erreichen – weg von „das ist ein Job wie jeder andere“ hin zu „Prostitution ist eine Form von Gewalt“ oder „das gab es schon immer“ hin zu „Freiertum sollte bestraft werden“.
Die Kunst hilft mir vieles zu verarbeiten, was ich erlebt habe.
Vielen Dank für Ihr Interesse!
einblicke
– Künstlerin
Rosa Tägtmeyer
Die Fotografien aus dem Frauenhaus geben einen seltenen Einblick in das Leben an einem Ort, der für viele Frauen und Kinder vorübergehend zur sicheren Zuflucht wird.
Sie zeigen Alltagssituationen, Momente des Ankommens, des Sortierens, der Orientierung. Ohne einzelne Personen erkennbar zu machen, dokumentieren die Bilder die Lebensrealität an einem Ort, der für Außenstehende oft unsichtbar bleibt.
Frauenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Stabilisierung von Betroffenen häuslicher Gewalt. Die Fotografien schaffen Bewusstsein für diese Arbeit – und für die Bedeutung solcher Schutzräume in unserer Gesellschaft.
reality
– Künstlerin
Kristine Tusiashvili
Kristine Tusiashvili präsentiert eine Performance zum Thema Menschenhandel im 21. Jahrhundert.